Projektbeschreibung

„Neuland“ ist ein integratives künstlerisches Projekt mit soziokulturellem Charakter für Jugendliche und junge Erwachsene.

Es arbeitet mit den Medien Musik und Video.  Durch diese Wahl künstlerischer Mittel wollen wir einen neuen Weg gehen, der Interaktionsprozesse provoziert, die sich positiv auf eine Einbindung und Auseinandersetzung in und mit der Gesellschaft auswirken.

Das Projekt versteht sich als ein moderiertes Forum mit dem praktischen Ergebnis, eine Performance aus Filmsequenzen und selbst entwickelter Live-Musik zu erarbeiten. Hier sind die Teilnehmer/innen als eigenständig agierende kreative künstlerische Individuen, die ihre Fähigkeiten, Mittel und Kenntnisse präsentieren, gefragt.  
Alle Schritte und Stationen in der künstlerischen Arbeit leiten sich von den Fähigkeiten der Teilnehmer/innen ab, die wir im Projektrahmen anhand der künstlerischen Möglichkeiten, die Film und Musik bieten, weiterentwickeln.

Wir planen zwei Arbeitsgruppen aus Flüchtlingen, nicht Geflüchteten und Experten mit den Schwerpunkten Musik und Film.  Die Arbeitsgruppe Film produziert Clips. Diese Filmclips setzen sich mit der Lebenswirklichkeit Geflüchteter und Nicht-Geflüchteter auseinander. Die Bandbreite kann von dokumentarischen bis zu abstrakten Ansätzen reichen.

Bei der Produktion wird bewusst auf eine Audiospur verzichtet. Das so gewonnene Filmmaterial dient einer zweiten Gruppe als Anregung für eine musikalische Auseinandersetzung. Auch hier wird eine möglichst große musikalische Offenheit angestrebt, die von Musik aus den Herkunftsländern bis hin zu abstrakten Klängen reichen kann. Dabei geht es um „kompositorisches Vorgehen“, im Sinne von Musik neu erfinden, aber auch im Sinne von Montage musikalischer Versatzstücke. Als Ergebnis soll das entstandene Musik- und Filmmaterial von den Beteiligten live performt werden. 

Projektziele

Alle Teilnehmer/innen erlernen Kenntnisse im Umgang mit Film und Musik. Die so erlebten künstlerischen Erfahrungen und die ästhetische Bildung kann dann auf soziale und gesellschaftliche Kompetenzen übertragen werden. Im gemeinsamen Tun werden der soziale Austausch und die Kommunikation gefördert. Freundschaften können auch über das Projekt hinaus entstehen. 

Allen Teilnehmenden wird ermöglicht, Vielfalt und Andersartigkeit als Chance und Bereicherung zu begreifen und dabei Respekt und Toleranz gegenüber der eigenen und der Kultur anderer zu entwickeln.

Musik

Der Musikvermittlungsansatz des Projektes geht von einer niedrigschwelligen, elementaren musikalischen Praxis vor allem mit Stimme und Perkussion aus. Davon abgeleitet werden Klang(er) Findungsprozesse. Es kann sich dabei um das Erfinden von Musik im Sinne eines kompositionspädagogischen Ansatzes handeln. Denkbar ist auch Musik aus Musik. Hier ist eher an collagenartiges Arbeiten gedacht als an traditionelle „Arrangements“. Vermieden werden soll jedoch ein unmittelbares Bedienen pop-musikalischer Klischees. Natürlich bieten sich kontextbedingt Zitate aus dem sogenannten Feld von „Weltmusik“ an. Das methodische Vorgehen weist eher auf Klangtypen Neuer Musik und freier Improvisation.

Musikalisch-stilistisch sind keine Grenzen gesetzt, da gewünscht ist, dass die Teilnehmer „ihre“ Musik in das Projekt einbringen.

Video

Die Teilnehmer/innen der Arbeitsgruppe Film erhalten Unterstützung in allen nötigen Prozessen, angefangen von der Ideenfindung, Videotechnik, Aufnahmetechnik, Erstellung von Drehplänen bis hin zum Schnitt, Postproduktion und Präsentation. Ausgestattet mit digitalen Videokameras und in Begleitung des Dozenten wird den Teilnehmer/innen die Möglichkeit gegeben, ihren Blickwinkel als Künstler auf die neue/alte Heimat und ihr Leben festzuhalten. 

Die Teilnehmer selbst entscheiden, wie und was sie uns zeigen wollen. Dabei gibt es keine thematische Einschränkung. Jeder einzelne Filmbeitrag wird individuell begleitet und gefördert.

Das ganze wird unterstützt durch die gruppendynamischen Prozesse und die Kommunikation und Zusammenarbeit mit den Teilnehmer/innen, die bereits länger in der Stadt leben. Sobald die von der Filmgruppe erstellten Clips vorliegen, sollen die bisher gemachten Erfahrungen der Musiker/innen mit dem vorliegenden Filmmaterial in Zusammenhang gebracht werden. Dabei entstehen unterschiedliche Musikformate, die sich auf die Clips beziehen. Ein organisierter Austausch zwischen den Gruppen über kreative Prozesse und ihre Eigenart in Bezug auf Film und Musik wird stattfinden. In der dritten Phase wird mit dem entstandenen Material aus Filmclips, „Filmmusik“, aber auch „autonomer“ Musik eine Performance erarbeitet, die von den Teilnehmer/innen live gespielt wird.